Martin Herche wird neuer Generalsuperintendent des Sprengel Görlitz
57-jähriger Regionalbischof von Halle-Naumburg wurde im zweiten Wahlgang gewählt
26. September 2010. Der Regionalbischof von Halle-Naumburg, Martin Herche, wird künftig den Sprengel Görlitz der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg schlesische Oberlausitz leiten. Der 57-jährige Theologe wurde am 25. September in Cottbus im zweiten Wahlgang für eine zehnjährige Amtszeit zum Generalsuperintendenten der Kirchenregionen Ost- und Südbrandenburg sowie Ostsachsen gewählt. Um das Amt hatte sich neben Herche auch der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Templin-Gransee, Uwe Simon, beworben. Der Anfang des Jahres vergrößerte Sprengel Görlitz umfasst rund 210.000 evangelische Christen.
Martin Herche wurde 1953 im brandenburgischen Wriezen geboren. Nach dem Studium in Ost-Berlin und Naumburg war der evangelische Theologe ab 1983 Pfarrer in Heringen und Heiligenstadt sowie Superintendent des Kirchenkreises Eichsfeld in Thüringen. Seit 2001 ist Herche Propst, seit 2009 Regionalbischof des Sprengels Halle-Naumburg der neuen Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
Der Theologe war langjähriger Vorsitzender des Finanzausschusses seiner Synode und gehört zahlreichen Kuratorien an, darunter im Diakoniewerk Halle und bei den Franckeschen Stiftungen. Herche hatte bereits im Juni für das Bischofsamt der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Schaumburg-Lippe kandidiert, einer der mit 61.000 Mitgliedern kleinsten evangelischen Landeskirchen, unterlag jedoch bei der Wahl seinem Mitbewerber.
"Sprachfähig im Glauben" zu werden, sieht Herche als große Aufgabe in seinem neuen Leitungsamt. Denn das sei die Voraussetzung dafür, glaubwürdig in der Gesellschaft wirken zu können. Erfahrungen dafür bringt er auch als Unterstützer des Aktionsbündnisses gegen Rechtsextremismus in seiner früheren Region, Leiter des Runden Tisches von Heringen und erster Ausländerbeauftragter des Landkreises Nordhausen mit.
"Die bevorstehenden Aufgaben werden Kraft kosten", sagte Herche bei seiner Vorstellung zur Bewältigung des Zusammenschlusses der früheren Sprengel Cottbus und Görlitz. Doch dem will er ein Leitbild gegenüberstellen: "Gemeinsam sind wir stark," betont der Theologe. Und das gelte auch für die Zusammenarbeit von "Christen mit allen anderen in der Gesellschaft".
Der alte Sprengel Görlitz mit 47.000 Kirchenmitgliedern wurde zu Jahresbeginn durch den Zusammenschluss mit dem früheren Sprengel Cottbus mit rund 164.000 evangelischen Christen vergrößert. Der bisherige Görlitzer Regionalbischof Hans-Wilhelm Pietz bleibt als Leiter des alten Sprengels Görlitz bis zum Jahresende im Amt. Die frühere Cottbuser Generalsuperintendentin Heilgard Asmus leitet seit Mitte Juli den Sprengel Potsdam mit knapp 200.000 evangelischen Kirchenmitgliedern.
Quellen:
Text: epd
Foto: Wichern Verlag
