Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen
RSSPrint

Tagebau

Die Kirchengemeinde Schleife ist vom heranrückenden Braunkohletagebau Nochten bedroht. Schon durch das genehmigte Teilfeld Nochten I mussten Menschen in unserem Kirchspiel umgesiedelt werden und der ehemalige Tiergarten vom Grafen Fürst Pückler ist weitgehend zerstört.

Geplant ist derzeit eine Erweiterung des Tagebaus Nochten um das Sonderfeld Mühlrose. Dies hätte die Umsiedlung und Devastierung des Ortes Mühlrose mit ca. 200 Einwohnern zur Folge. Auch der Mühlroser Friedhof müsste ein weiteres Mal umgebettet werden, was eine erneute Störung der Totenruhe bedeuten würde.

Als Kirchengemeinde sind wir für die Menschen vor Ort da, egal wie sie sich in der Braunkohleproblematik positionieren. Dabei gilt für uns der Grundsatz: Wir sind für alle da, aber nicht für alles. Denn als Kirchengemeinde fühlen wir uns auch der Bewahrung von Gottes guter Schöpfung verpflichtet. Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ist Mitglied der Klimaallianz. Hier finden sie die Grußworte der Kirchengemeinde Schleife zum jährlichen Osterspaziergang zum Erhalt unserer Dörfer, sowie unsere Stellungnahme zum Rahmenbetriebsplan zur Teilfelderweiterung Nochten II.

 

Grußwort der Evangelischen Kirchengemeinde Schleife zum Osterspaziergang am 28.04.2019: Suche Frieden und jage ihm nach!

 

Liebe Kinder, liebe Erwachsene!

I: “Suche Frieden und jage ihm nach!”

So lautet die Jahreslosung für das Jahr 2019.

II: Den Frieden suchen wir – in Frieden wollen wir leben. Denn Frieden bedeutet für uns Leben.

I: Deshalb suchen wir nach Frieden mit uns selbst, mit anderen Menschen und mit unserer Umwelt.

 

Teil A: Spuren des Unfriedens

II: Ja, aber da ist so vieles, wo ich Unfriede in unseren Dörfern sehe.

I: Der Mensch kommt nicht zu Ruhe, zum Frieden, wenn er durch Lärm und Emission belastet wird. Staubwolken und Feinstaub vom feinsten konnten wir in den letzten Tagen zu genüge hier erleben.

II: Bei so vielen Familienfeiern wird früher oder später über die Braunkohle geredet oder eher gestritten, als ob es keine anderen Themen gäbe. Wo bleibt der Frieden in den Familien?

I: Ach und zwischen den Dörfern – wie viele Spuren des Unfriedens sehen wir da: “Die einen haben das oder haben das bekommen. Wir wurden sitzengelassen.” Neid und Missgunst – wie oft ich das höre:

  • Zwischen denen die schon immer auf der sicheren Scholle saßen,
  • und zwischen denen, die wegmussten, aber jetzt dableiben
  • und zwischen denen, die umziehen wollen und denen die dableiben wollen.

Wie können wir da zum Frieden finden in unserem Kirchspiel?

II: Bei so viel Unfrieden zwischenmenschlich, denkt ja kaum noch einer an Gottes Schöpfung, die hier in der Region nicht zur Ruhe, zum Frieden findet. Tiere, Pflanzen und Bäume, denen die Lebens- und Wassergrundlage entzogen wird. Tag für Tag. Wer sich für den Erhalt der Schöpfung einsetzt, wird belächelt oder ausgegrenzt. Und wer will schon die Belange der Landwirte, Gärtner und Forstwirtehören – die mit Wassermangel, Erosionund Krankheitsbefall zu kämpfen haben?

I: Suche Frieden und jage ihm nach! Den Finger in die Wunde legen. Wie es scheint haben wir da noch ziemlich viel zu tun.

 

Teil B: Spuren des Friedens

II: Suche Frieden und jage ihm nach. Da sind auch so viele zarte Friedenspflänzchen, die es zu entdecken gibt!

I: In den Orten die bleiben können: Da entdecke ich neue Verbundenheit: Mit der eigenen Scholle, dem eigenen Hof, der eigenen Geschichte. Es wird renoviert und gebaut. Gärten werden neu gestaltet.

II: Na und nicht nur das. Höfe in unseren Dörfern gehen wie warme Semmeln. Junge Familien kommen auf’s Dorf: wollen hier leben, sich einbringen. Die Kindergärten platzen aus allen Nähten. Das Bauland wird knapp.

I: Die Menschen rücken wieder mehr zusammen. Kreativität, Kraft und Ideen zur Dorfgestaltung werden wieder frei.

II: Wir sind nicht mehr Objekt – über die verhandelt wird. Sondern Subjekt und können gestalten.

I: Ja, viele Friedensspuren ließen sich da aufzählen: Wo die Menschen wieder zum Frieden finden: Mit sich und den anderen. Doch entdeckst du irgendwo Friedensspuren, wo die Menschen mit der Schöpfung Frieden finden?

II: Nun, das ist schon schwerer. Viele Beispiele fallen mir da ehrlich gesagt nicht ein. Vielleicht dort – wo neu gepflanzt wird? Oder dort, wo die Menschen umweltbewusster Leben? Aber wie kann dies die großen Wunden heilen?

 

Teil C ... und jage ihm nach

I: Suche Frieden und jage ihm nach. Was würde es bedeuten, wenn wir den zweiten Teil der Losung “und jage ihm nach” ernstnehmen würden? Dem Frieden nachjagen, ihn entdecken ...

II: Ich wünsche unserem Kirchspiel von Herzen, dass unsere Dörferzum Frieden finden.

I: Auf das jeder Friedenfindet mit sich, den anderen und Gottes guter Schöpfung.

II: Deshalb laden wir euch ein gemeinsam mit uns zu singen: “Hewenu Schalom. Wir wünschen Frieden euch allen. Přejemy pokoj wšěm ludam."

Letzte Änderung am: 19.09.2019